Home Bias: Gift für den Vermögensaufbau

Home Bias bezeichnet die Tendenz von Investoren, Geldanlagen auf dem Heimatmarkt überproportional zu gewichten. Genau dieser Tendenz bin auch ich zu Beginn meiner Investition in Einzelaktien gefolgt.

Ich wohne in Deutschland. Aktuell ist mein Kapital auch zu 23 Prozent in Deutschland investiert. Vor einigen Monaten waren es sogar noch 32 Prozent. Neben diesem investierten Kapital, erhalte ich mein Einkommen von einem deutschen Unternehmen. Ebenso meine Verlobte. Sprich unsere Abhängigkeit von Deutschland ist extrem hoch. Geht es einmal mit der deutschen Wirtschaft bergab, ist nicht nur unser Gehalt, sondern auch unser Kapital besonders betroffen. Zukünftig könnte sogar noch eine Immobilie in Deutschland hinzu kommen.

Mediale DAX-Dominanz

Die Versuchung deutsche Aktien als Deutscher über zu gewichten ist dennoch groß. In den Medien wird fast nur über unsere DAX-Unternehmen gesprochen. Die Präsenz der DAX-Unternehmen ist allgegenwärtig. Dabei ist der deutsche Top-Index weltweit fast unbedeutend. Er macht nur drei Prozent der weltweiten Marktkapitalisierung aus. So haben aktuell Microsoft und Amazon gemeinsam eine höhere Marktkapitalisierung als der gesamte DAX. So unbedeutend ist der Deutsche Aktienindex.

Kurssteigerungen abhängig von Donald Trump

Ein weiteres Problem bei deutschen Aktien ist, dass sie in der Regel sehr abhängig von der Konjunktur sind. Die Deutschen Autohersteller sind davon abhängig, dass weltweit Konsumenten Geld in eines ihrer Autos investieren – vor allem in China. Die gesamte Zulieferindustrie dahinter genauso. Auch Adidas, BASF, Bayer und Siemens sind abhängig von der Konjunktur. Aufgrund unserer vielen Exporte zwar zumindest von der Weltkonjunktur, aber auch dies birgt eine Gefahr. Der von Trump dominierte Handelsstreit mit China trifft solche Unternehmen und somit den DAX in den letzten Monaten besonders stark. Eine sich andeutende, schwächelnde Konjunktur kommt hinzu.

Im letzten Jahr waren meine Flop5-Unternehmen allesamt aus Deutschland: BAYER, BASF, DAIMLER, FRESENIUS und DÜRR.

Psychologisch stört mich zudem die nur jährliche Ausschüttung der Dividende. Im Mai regnet es zwar Dividenden, aber der Rest des Jahres ist dann relativ mau. US-Unternehmen schütten beispielsweise in der Regel quartalsweise aus. So gibt es fast jeden Monat Dividenden-Zahlungen.

Ich habe für mich entschieden meinen Deutschland-Anteil in meinem Portfolio auf ein Minimum zu reduzieren. Vorerst werde ich keine weiteren Investments in Deutschland tätigen. Eine Ausnahme bildet mein Sparplan auf SAP. Die Einnahmen aus Software-Lizenzen fließen immer fleißig weiter. Alternativ werde ich verstärkt in internationale Qualitätsunternehmen mit weniger Konjunkturabhängigkeit investieren. Ich möchte meine Einkünfte aus abhängiger Beschäftigung und mein Einkommen aus Kapital geografisch maximal diversifizieren.

Risikohinweis: Die Informationen auf meinem Blog dienen nur zur Information und sind keine Investitionsempfehlung. Mehr unter diesem Link.

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