Muss ich mein Depot stärker diversifizieren? (1/2)

Habe ich einen „Home Bias“? Bin ich zu stark in bestimmten Branchen investiert? Habe ich zu viele zyklische Unternehmen? Muss ich mehr diversifizieren? Zwar habe ich mir in meiner Investment-Philosophie eigentlich eine Diversifizierung auferlegt, jetzt möchte ich diese aber nach knapp zwei Jahren im Detail überprüfen.

Mit Hilfe des sehr praktischen Tools Rentablo.de und meiner eigenen Vermögensübersicht mittels Google Spreadsheet habe ich mein Portfolio genauer analysiert. Ich möchte prüfen, ob ich mich in bestimmten Gebieten breiter aufstellen muss oder bestimmte Positionen reduzieren sollte.

1. Investments nach Assets

Ich habe aktuell eine Cash-Quote von 21,53 %. Das ist relativ hoch, hängt aber auch mit meiner anstehenden Hochzeit zusammen. Mittelfristig reichen mir zwei bis drei Nettogehälter. Der Anteil wird sich also bis Ende des Jahres reduzieren.

42,45 % meines Portfolios besteht aus Einzelaktien. 31,18 % sind ETFs – ein Teil der ETFs deckt dabei auch meinen Rohstoff-Anteil ab. Darauf gehe ich später noch ein. Seit neustem habe ich auch mittels Exporo einen Immobilienanteil von 4,84 %.

2. Investments nach Region (inkl. Rohstoffe)

31 Prozent Europa

Diversifizieren: Investments nach Regionen
Aufteilung meiner Investitionen auf Regionen
(Quelle: rentablo.de)

Europa bedeutet in meinem Portfolio 85 % Deutschland. Lediglich meine Anteile an WPP und Novo Nordisk mischen hier noch etwas Dänemark und GB bei. Europa besteht fast nur aus Einzelaktien mit Dividendenausschüttung. Diese analysiere ich im zweiten Teil ausführlicher.

Von Rentablo nicht erfasst, sind meine Immobilien bei Exporo, die ebenfalls in Deutschland sind. Diese rechne ich unten aber wieder hinzu.

49 Prozent Global (inkl. Rohstoffe)

Diversifizieren mittels globaler ETFs
Meine globalen ETFs
(Quelle: rentablo.de)

Diese Position besteht zu 100% aus ETFs. 60 % davon macht der MSCI World aus, 24 % der MSCI Emerging Markets. Der MSCI World hat dabei natürlich einen sehr starken US-Fokus. Der MSCI Emerging Markets dagegen besteht zu rund einem Drittel aus chinesischen Aktien.

Gut 8 % macht mein Rohstoff-ETF auf den ComStage Commerzbank Commodity ex- Agriculture EW Index aus. Der Index spiegelt die Wertentwicklung von 12 Rohstoffen in den Bereichen Energie, Edel- und Industriemetalle wider, die durch Terminkontrakte abgebildet werden. Somit machen Rohstoffe 4 % meines Gesamtportfolios aus. Hinzu kommt noch ein Robotics/Automation-ETF als Zukunftsinvestment mit 6 %. Ich denke, dass dieser Bereich zukünftig massiv wachsen wird, aber ich möchte mich auf kein Einzelunternehmen festlegen.

16,45 Prozent USA

Die Aufteilung meiner USA-Investitionen
Die Aufteilung meiner USA-Investitionen
(Quelle: rentablo.de)

Ein gutes Drittel hiervon ist ein ETF auf den NASDAQ 100. Zwar investiere ich vereinzelt auch direkt in Technologie-Werte, aber nur in diese mit Dividendenzahlungen (Apple, Microsoft). Somit habe ich den ETF, um mir auch die anderen Wachstumswerte wie Netflix und Alphabet ins Depot zu holen. Hier läuft ein monatlicher Sparplan. Starbucks und Berkshire baue ich aktuell über einen Aktiensparplan auf. Mehr dazu im zweiten Teil.

3,21 Prozent Asien

Dies sind mit Alibaba und Tencent zwei chinesische Einzelwerte. Beide Werte sehe ich klar gesetzt als Plattform-Player in China und habe hier ausnahmsweise direkt investiert. In kleinere Werte werde ich nicht investieren, da ich die lokalen Risiken zu wenig einschätzen kann. Somit decke ich dies über den ETF Emerging Markets ab. Addiere ich Einzelaktien und ETF zusammen habe ich rund 16 % in Emerging Markets investiert.

Zwischenfazit: muss ich mein Depot stärker diversifizieren?

Schlüssele ich jetzt die einzelnen Werte und vor allem ETFs etwas stärker auf, komme ich auf folgende grobe Aufteilung:

  1. USA mit 48 %
  2. Deutschland mit 32 % (inkl. Immobilienanteile)
  3. Emerging Markets mit 16 % (davon China mit 7 %-Punkten)
  4. Rohstoffe mit 4 %

Ich muss zugeben, dass ich einen „Home Bias“ habe. Doch ist das wirklich so schlimm? Ich habe natürlich ein gewisses Klumpenrisiko, da ich auch mein Einkommen von einem deutschen Unternehmen beziehe. Deswegen investiere ich auch zu fast 70 % nicht in Deutschland. Aber geht es mit Deutschland rapide bergab, wird es auch dem Rest der Welt nicht viel besser ergehen. Die Welt ist vernetzt. Deutsche Unternehmen sind international tätig. Somit kann ich mit diesem Anteil gut leben. Im Rest von Europa werde ich noch mal verstärkt versuchen interessante Dividendentitel ins Portfolio zu holen.

Bei meinem aktuellen Depotwert sowie dem Fokus auf Dividenden bei den Einzeltiteln, ist mein Deutschlandfokus auch ein Vorteil. Bis zur Höhe meines Freibetrags erhalte ich meine Dividenden so steuerfrei. Meinen Freibetrag werde ich dieses Jahr noch nicht knacken und nach meiner Hochzeit wird sich der Freibetrag noch erhöhen. Auf ausländische Dividenden zahle ich 15 % Quellensteuer.

Aktuell halte ich scheinbar gut an meiner Regel: „Ich kombiniere Aktien-Einzelwerte mit Schwerpunkt Deutschland mit diversifizierten ETFs mit Schwerpunkt USA und Emerging Markets.“

Die Aufteilung zwischen Einzelwerten und ETFs finde ich aktuell genau richtig. Innerhalb der ETFs werde ich meinen Rohstoff-Anteil hochfahren, mittelfristig sollte er bei rund 10 % liegen. Eventuell mische ich dem bestehenden Rohstoff-ETF noch etwas Gold bei.

Meinen Anteil an Emerging Markets werde ich auch hochfahren. Hier strebe ich einen Anteil von mindestens 25 bis 30 % an. Ich werde daher auch meine Sparpläne noch mal nachjustieren. Aktuell entspricht der Sparplan für Emerging Markets nur 17,5 % meiner gesamten Sparpläne. Dafür werde ich im Gegenzug den USA-Anteil leicht nach unten korrigieren.

In einem zweiten Teil werde ich mir in den kommenden Wochen die Einzelwerte in meinem Portfolio (rund 42 %) genauer ansehen und meine dortige Diversifizierung bewerten.

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