Warum ich nicht mehr „Short“ gehen werde

Es hat einfach noch nie für mich funktioniert. Immer wenn ich mittels eines Hebelzertifikats in der Vergangenheit „Short“ gegangen bin, also auf fallende Kurse gesetzt habe, lief der Markt doch wieder nach oben. Eigentlich wollte ich so letzte Woche erneut mein Portfolio gegen fallende Kurse absichern. Mit dem Short Geld verdienen, um damit dann günstig nachzukaufen. Es klingt so gut, so einfach, so verlockend. Der S&P fiel auf unter 2.800 Punkte. Das war mein vorab definierter Einstiegspunkt für den Short. Doch es kam anders. Der Markt stieg wieder. Meine Glaskugel hat erneut versagt. Die Kosten: zwei Mal 10 Euro Gebühr, rund 90 Euro Kursverlust und jede Menge Stress.

Auf dem Papier ein super Plan

Ich hatte für rund 500 Euro Turbo-Optionsscheine auf den S&P gekauft. Der Hebel betrug fast 40. Wäre der S&P also um 10% gefallen, wären die Optionsscheine auf 1.910 Euro gestiegen (+382%). Dann hätte ich die Optionsscheine verkauft und hätte damit bei günstigeren Kursen nachkaufen können.

Dann aber fiel der S&P nicht mehr. Er stieg und damit fiel auch Wert der Optionsscheine. Der Trend drehte wieder ins Positive. Ich verkaufte die Optionsscheine mit Verlust. Trotz vieler Warnsignale wie hoher Arbeitslosigkeit in der USA, sinkender Gewinne und Staatshilfen überwiegt der warme Geldregen der FED. „Don’t fight the FED“ – so lautet aktuell wohl das richtige Motto.

In der Realität: Stress statt Buy-and-Hold

Eigentlich habe ich den Corona-Crash extrem entspannt überstanden. Selbst bei drastisch fallenden Kursen, habe ich nicht einmal meinen Depotstand gecheckt. Stattdessen habe ich nachgekauft, zwar nicht so viel, wie ich es am besten getan hätte, aber immerhin. Ich bin zufrieden.

Der Short führte dann aber zu Stress. Man verspürt ambivalente Gefühle und hofft eigentlich auf sinkende Kurse Das korreliert nicht mit meiner sonstigen Buy-and-Hold-Strategie. Es ist einfach nicht mein Instrument.

Fazit: Short – nein danke

Ich werde also ab sofort wieder auf Shorts zur Absicherung verzichten. Die vielen Gebühren und falschen Timings fressen bei meiner Depotgröße nur mein Cash auf. In ein paar Jahren mag das anders aussehen. Nun setze ich einfach wieder auf mein Cash-Polster zur Absicherung und kaufe weiter nach bei fallenden Kursen. 


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Ein Kommentar

  1. Habe auch schon öfter überlegt gerade in Corona-Zeiten das Depot mit Short-ETFs (z. B. https://etfs24.de/short-etf/) abzusichern. ETFs haben den Vorteil, dass sie zeitlich nicht befristet sind wie Optionsscheine oder viele andere Hebelprodukte. Allerdings sollte man Short/Inverse-ETFs auch nicht zu lange halten, da sie täglich wieder auf 0 gestellt werden und man Verluste einfährt wenn der Markt seitwärts läuft.

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