Depot-Jahresrückblick 2018

Da ich meinen Blog erst im April 2019 gestartet habe, kommt der Depot-Jahresrückblick 2018 natürlich etwas spät. So hatte ich aber mehr Zeit meine Entscheidungen aus 2018 zu reflektieren. Ich habe viele Fehler gemacht, aber auch viel gelernt. Letztlich stehe ich noch am Anfang meiner Investitionsphase, somit denke ich, dass der langfristige Erkenntnisgewinn den kurzfristigen Kursverlust überwiegen wird. Feedback gerne in den Kommentaren!

Mich selber haben Depot-Rückblicke zu Beginn meiner Investitionen immer sehr motiviert. So verfolge ich noch immer regelmäßig die Rückblicke von Aaron (Homo Oeconomicus), Kolja (Aktien mit Kopf), Finanzrocker oder die in der Facebook-Gruppe „Dividendenstrategie“. Deswegen nehme ich euch gerne auch auf einen Jahresrückblick durch mein Depot mit. Ich verzichte dabei meist auf absolute Zahlen (nur Dividenden), gebe euch aber ansonsten alle wichtigen Kennzahlen meines Depots preis.

Inhalte:

  1. Investitionen (Käufe & Verkäufe)
  2. Absicherung / Hedging
  3. Dividenden
  4. Performance
  5. Fazit

1. Investitionen

Meine Sparquote in Relation zu meinem Nettoeinkommen, war im im Jahr 2018 knapp 35 %. Damit habe ich die in meiner Investment-Philosophie festgelegte Sparquote von 30 % übertroffen. Dabei schwankte die Quote von Monat zu Monat allerdings sehr stark. Gerade als mit den Börsen runter ging, habe ich zu viel getradet (siehe weiter unten).

Durch die relativ hohe Sparquote und ein in 2018 gestiegenes Nettoeinkommen, konnte ich auch mein Vermögen im Vergleich zu 2017 signifikant steigern. Auch weil mein Vermögen Ende 2017 noch nicht besonders hoch war und meine Cash-Quote bei über 50 % lag, konnte ich mein investiertes Kapital im Jahresverlauf mehr als verdoppeln (+140 %). Die Wachstumsraten werden aufgrund der gestiegenen Basis im kommen Jahr vermutlich deutlich darunter liegen. Mehr dazu könnt ihr in meinem Ausblick auf das Jahr 2019 lesen.

Käufe

Neben meinen monatlichen ETF-Sparplänen (zur Übersicht meiner Sparpläne), habe ich 2018 einige Einzelaktien mit Fokus auf Dividenden neu in mein Depot gelegt. Da ich 2017 nur eine einstellige Zahl von Titeln besaß, wollte ich 2018 meine Titelvielfalt deutlich erhöhen. Ende 2018 hatte ich 20 Einzelaktien. Mittelfristig möchte ich rund 30 Einzelaktien besitzen. Ich habe meinen hohen Cash-Anteil aus 2017 von über 50% auf 35 % reduziert und zudem stabil aus meinem laufendem Einkommen investiert.

  • TLG IMMOBILIEN AG
  • HORMEL FOODS
  • DISNEY
  • ALLIANZ SE
  • TENCENT HOLDINGS
  • APPLE
  • CVS HEALTH CORP.
  • DAIMLER AG
  • FRESENIUS
  • DÜRR
  • DEUTSCHE POST
  • RWE
  • SAP
  • FRESENIUS
  • FREENET
  • ALIBABA
  • CONTINENTAL
  • BAYER (+2 Nachkäufe)
  • BASF (+2 Nachkäufe)
  • WPP

Insgesamt war mein Timing mit einem Schwerpunkt im ersten Quartal 2018 leider nicht so glücklich. So ging es vor allem bei Bayer, Daimler, Fresenius, CVS, Continental und WPP im Laufe des Jahres mindestens zweistellig bergab. Bei Bayer sogar bis zu 40 %. Bayer (102, 81 & 71 Euro) und BASF (85, 79 & 69 Euro) habe ich je zwei Mal nachgekauft. Bei BASF hat sich dies langfristig aus meiner Sicht gelohnt. Zudem ich das Unternehmen weiter sehr positiv sehe. So erwartet mich bereits 2019 eine nette Dividende. Bei Bayer bleibt abzuwarten, wie sich die Monsanto-Übernahme langfristig entwickelt. Hier bereue ich aktuell die zwei Nachkäufe etwas, setze aber darauf, dass sich der Konzern langfristig aus der aktuellen Misere entwickeln kann. Ich werde die Bayer-Position weiter halten, aber vorerst nicht weiter nachkaufen.

Für Bayer ging es 2018 im Zuge des Monsanto-Prozesses steil bergab.
Der Aktienverlauf von Bayer seit Beginn 2018 (Quelle: Screenshot von finanzen.net)

RWE und Apple entwickelten sich nach dem Kauf sehr positiv und sind beide zweistellig im Plus. Bei Apple bin ich nur leider zu früh wieder ausgestiegen…

Verkäufe

  • FOSSIL GROUP INC. (100 % verkauft)
  • TLG IMMOBILIEN AG (100 % verkauft)
  • DISNEY (50 % verkauft)
  • APPLE (55 % verkauft)
  • TLG IMMOBILIEN AG (100 % verkauft)

Aus Angst vor einem drohendem Crash habe ich in April und Mai einige meiner Aktien mit kleinen Gewinnen verkauft. Gerade der Verkauf von Disney, TLG Immobilien und Apple war aus heutiger Sicht (13.04.2019) wenig rational. Ich hätte mit den drei Aktien seitdem jeweils 40 %, 16 % bzw. 23 % weitere Kursgewinne eingefahren. Hier war ich zu ungeduldig und habe mich von kurzfristigen Marktbewegungen zu sehr beeinflussen lassen.

Apple habe ich bei 160 Dollar verkauft. Zwar ein ordentlicher Gewinn zu meinen Einstiegen bei 153 und 116 Dollar (in 2017), allerdings ärgere ich mich, dass ich nicht langfristig investiert geblieben bin. Ich hätte Ende 2018 bzw. Anfang 2019 sogar nachkaufen sollen. Bei Apple habe ich mich von den schlechten Nachrichten zu sinkenden iPhone-Umsätzen blenden lassen. Wenn es noch einmal Richtung 150 Dollar geht, werde ich wieder nachkaufen.


Der Aktienverlauf von Apple seit Jahresbeginn 2018 (Quelle: Screenshot von finanzen.net)

2. Absicherung / Hedging

Die hohe Volatilität der Märkte hat mich ehrlicherweise ziemlich nervös gemacht. Auch weil ich in 2018 so viel wie noch nie in die Börsen investiert habe. Deswegen habe ich versucht über einige Short-Positionen auch von fallenden Kursen zu profitieren, um so den Wertverlust meiner langfristig angelegten Aktien zu kompensieren. Das endete einige Male mit einem Totalverlust (Knock-Out-Zertifikate), weil die Börsen sich doch wieder erholten, andere Male erwischte ich aber ein gutes Timing und machte teils mit Positionen 150 % Gewinn. Am Ende ging ich hier mit einem mittleren dreistelligen Gewinn über alle Short-Positionen raus. Insgesamt war das alles aber sehr aufwendig, nervenaufreibend und nicht wirklich effektiv. So habe ich aber letztlich ein paar Renditepunkte gerettet. Im neuen Jahr werde ich diese Strategie aber noch mal überarbeiten oder sogar komplett streichen. Artikel folgt.

3. Dividenden

Im Jahr 2017 waren es noch kaum erwähnenswerte 14,27 Euro. In diesem Jahr konnte ich das erste Mal richtig von meiner Dividenden-Strategie profitieren. Insgesamt sammelte ich rund 300 Euro Dividenden ein. Mein Top-Dividenden-Zahler waren Daimler, Deutsche Telekom und Allianz. Im Schnitt habe ich monatlich 25 Euro passives Einkommen durch Ausschüttungen generiert. Ausbaufähig, aber die Motivation, die durch die regelmäßigen Einnahmen generieren konnte, war für mich persönlich enorm – gerade bei stark volatilen Kursen. In meiner Dividenden-Strategie fühle ich mich also definitiv bestärkt. Viele meiner Zukäufe erfolgten erst nach den Dividenden-Ausschüttungen (z.B. BASF, Bayer). So freue ich mich jetzt auf die anstehenden Gewinnausschüttungen im DAX. 2019 werde ich meine Dividenden-Einnahmen mehr als verdoppeln können.

4. Performance

2018 ging es insgesamt an den Börsen ziemlich bergab. Für den DAX ging es 18,26 % ins Minus. Für den S&P 500 lief es etwas besser: -6,24 %.

Auch für mein Depot ging es deutlich bergab: -10,7 %. Addiert man die Dividenden zu den Kursverlusten sind es immer noch -9,31 %. In diesem Jahr wäre ich also mit einem reinen Tagesgeldkonto deutlich besser gefahren. Aber ich investiere langfristig und die Kurserholung zu Beginn des Jahres 2019 bestärkt mich in meiner Strategie. Aktuell bin ich zweistellig im Plus. Was zählt ist die langfristige Vermögenssteigerung.

Portfolio-Performance April 2018 bis April 2019
Seit Anfang des Jahres geht es wieder steil bergauf (Quelle: Screenshot von rentablo.de)

Immerhin habe ich trotz meines Deutschland-Schwerpunkts bei Einzelaktien den DAX geschlagen. Etwas gerettet habe mich meine Short-Positionen, meine US-Aktien sowie meine stärker diversifizierten ETFs in den MSCI World, NASDAQ und Rohstoffe. Für die ETFs ging es nur einstellig ins Minus.

Performance DAX und S&P 500 im Jahr 2018
Quelle: Screenshot von boerse.de

5. Fazit

Insgesamt habe ich mich 2018 viel zu nervös machen lassen, habe zu impulsiv gehandelt – und leider nicht wirklich rational gehandelt. So bereue ich vor allem die Verkäufe meiner Aktien. Hätte ich diese im Depot gehalten, hätte ich jetzt einiges an Rendite eingesammelt.

Mein Timing bei meinen Käufen war leider auch unglücklich. Hier wollte ich zu oft unbedingt zeitnah eine Aktie in meinem Portfolio haben. Mit etwas längerem Atem wäre ich hier deutlich günstiger an die meisten Positionen gekommen. Zudem habe ich mich bei einigen Unternehmen von hohen Dividenden blenden lassen. Bei Daimler beispielsweise wurde jetzt die Dividende gekürzt, so dass die hohe Dividendenrendite 2018 gar nicht real war. Hier werde ich zukünftig besser versuchen realistisch die kommenden Dividenden zu prognostizieren. Stabiles Dividendenwachstum ist wichtiger als eine kurzfristige hohe Dividendenrendite.

Mein Fokus auf Dividenden-Aktien hingegen fühlte sich für mich 2018 sehr gut an. Die Einnahme von regelmäßigen Gewinnausschüttungen ist für mich psychologisch sehr wertvoll und motiviert mich weiter langfristig in Aktien mit Dividenden zu investieren.

Die Absicherung meines Portfolios durch Short-Positionen, hat mir zwar einen Gewinn eingebracht, allerdings habe ich dadurch fast täglich die Börsennachrichten und Kursentwicklungen verfolgt und bin zu viel in Aktionismus verfallen. Hier muss ich 2019 eine dickere Haut bekommen und weniger stark auf kurzfristige Marktimpulse reagieren. Ich bin weiterhin Buy&Hold-Investor und kein Day-Trader.

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