Was ist deine Investment-Philosophie?

Seit der Corona-Krise wittern viele ihre große Chance am Aktienmarkt. Doch zu oft stürzen sich die Jungbörsianer ohne Plan in das wilde Getümmel. Bevor man beginnt am Aktienmarkt zu investieren, sollte man sich einen Plan und eine Strategie zu recht legen. So diszipliniert man sich selbst und trifft keine emotionalen Entscheidungen. Ich möchte euch heute helfen euren eigenen Plan zu entwickeln. Heute möchte ich mit der übergeordneten Basis beginnen. Ich habe meine Investment-Philosophie an fünf Punkten definiert. Vielleicht hilft euch meine Herleitung bei der eigenen Planung.

1. Die langfristige Motivation / Your Reason Why

Hier geht es vor allem, um deine intrinsische Motivation: Warum machst du das Ganze hier eigentlich? Definiere eine Vision, der du die nächsten Jahren entgegenfiebern kannst. Der Zeithorizont sollte hier min. fünf Jahre in der Zukunft liegen, besser sogar 10 oder 20, 30 Jahre. Was möchtet ihr mit euren Investitionen erreichen?

1. Ich möchte konstant mein passives Einkommen erhöhen, um so mit 40 unabhängig von einer abhängigen Beschäftigung zu sein.

In diesem Punkt steckt deutlich mehr als man auf dem ersten Blick sieht:

  • Mit 40: Ich habe diese Philosophie mit 30 geschrieben. Also ist mein Zeithorizont 10 Jahre
  • Konstant passives Einkommen erhöhen: Ich setzt auf Dividenden bzw. regelmäßige Ausschüttungen, die sich sowohl durch steigende Investitionen als auch steigende Ausschüttungen konstant erhöhen
  • Unabhängig von einer abh. Beschäftigung: Ich möchte nicht ab 40 nicht mehr arbeiten, aber ich möchte die Wahl haben.

2. Das messbare Ziel

Aber wie misst du, dass du deinem Ziel näher kommst? Neben der Motivation ist auch wichtig zu formulieren, was das konkret für dein Geld und Vermögen bedeutet. Es ist auch essentiell euch die Alternative vor Augen zu führen. Was bedeutet es, wenn ihr nicht investiert? Ich habe es für ganz plakativ so formuliert:

2. Ich möchte mein Vermögen stetig erhöhen und dabei vom Zinses-Zins-Effekt profitieren

Das sollte eigentlich selbsterklärend sein, aber trotzdem ist es enorm wichtig. Die meisten Menschen unterschätzen massiv die Macht des Zinzes-Zins und dessen Auswirkungen auf die langfristige Entwicklung ihres Vermögens. Hierzu hatte ich schon mal einen Artikel geschrieben. Der ist immer noch aktuell und erklärt diesen Punkt wunderbar.

3. Deine Sparrate

Wie viel bist du bereit bzw. in der Lage pro Monat zu investieren? Versuch hier realistisch zu definieren, was du jeden Monat bereit bist zur Seite zu legen, um dein Ziel zu erreichen. Du kannst es entweder absolut (z.B. 100 Euro) oder relativ zu deinem Einkommen (10% meines Gehalts) definieren. Wichtig ist, dass du dich dran hältst und es bestenfalls über Sparpläne oder Daueraufträge automatisierst. So kommt du gar nicht in die Versuchung davon abzuweichen.

3. Ich möchte jedes Jahr min. 30% meines Nettoeinkommens investieren.

Wichtigstes Wort hier: investieren. Man könnte auch z.B. traden als Ziel haben. Ich sehe Aktien aber als mittel- bis langfristige Beteiligungen an Unternehmen, die Gewinn erwirtschaften. Durch meine Investitionen möchte ich an diesen Gewinnen beteiligt werden.

4. Deine Investitionsziele – grobes Raster

In was möchtest du investieren? Aktien, Immobilien, Gold, ETFs, Fonds? Weltweit, China, Afrika oder doch nur in den DAX? Versuch möglichst konkret zu beschreiben in was du du dein Geld steckst. Alternativ kannst du auch definieren, was du klar ausschließt.

4. Ich kombiniere Aktien-Einzelwerte mit Schwerpunkt USA und Europa mit weltweit diversifizierten ETFs.

5. Dein Suchraster

Wie findet du geeignete Wertpapiere? Welche Eigenschaften sind dir wichtig? Mach dir am besten eine Liste von Kennzahlen, die du dir vor jeder Investition genau analysierst.

5. Beim Einstieg in Aktien achte ich quantitativ auf eine günstige Bewertung, stabile Dividendenhistorie, konstante Gewinne sowie qualitativ auf eine gute Zukunftsperspektive des Geschäftsmodells.

Ich nutze zur Bewertung von Aktien immer mein eigenes Bewertungsraster, den Rational-Handeln-Score. Hier am Beispiel der Bank OZK. Zudem lese ich diverse Analyse (vor allem auf SeekingAlpha.com) und schaue mir Unternehmenspräsentationen an.

Fazit

Deine Investment-Philosophie soll dir vor allem eines geben: Orientierung. Macht dir klar, was du warum tust und was dein Ziel ist. Dann wirst du ganz automatisch weniger Bauchentscheidungen treffen. Ergänzend kannst du noch mehr detailliertere Ziele definieren. Ich gebe mir zusätzlich z.B. immer noch konkrete Jahresziele.

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