Warum ich die Dividendenstrategie liebe

Ich liebe die Dividendenstrategie. Seit fast zwei Jahren verfolge ich diese Strategie in meinem Depot. Zwar nicht ausschließlich, aber sie ist sozusagen der Anker meines Portfolios. Von Tag zu Tag gefällt sie mir mehr – besonders in stürmischen Trump-Twitter-Zeiten. Ich investiere dabei langfristig in Qualitätsunternehmen, die mich mittels Dividenden möglichst stabil an ihrem Gewinn beteiligen.

Dividenden sind nichts anderes als Gewinnausschüttungen. Jede Aktiengesellschaft beschließt auf der Hauptversammlung, ob und welchen Anteil ihres Gewinns sie an ihre Aktieninhaber über Dividenden ausschütten möchte. Die Unternehmen tun dies freiwillig, kein Unternehmen muss eine Dividende zahlen. So behält zum Beispiel Amazon die Gewinne lieber im Unternehmen und investiert den Gewinn in weiteres Wachstum. Der Aktionär profitiert hier natürlich trotzdem, aber nur über Kurssteigerungen.

Dividenden erklärt! Von Finanzfluss auf Youtube.

Ich werde an dieser Stelle nicht tiefgründig auf diese Strategie eingehen, wer möchte, kann hier das wunderbare Buch “ Cool bleiben und Dividenden kassieren“ von Christian W. Röhl* lesen. Es geht mir viel um die positiven Effekte für den Anleger.

Nur so viel: ich achte vor allem darauf, dass die Dividende langfristig nicht gesenkt wurde, im Idealfall regelmäßig erhöht wird und dass die Ausschüttungsquote nicht größer als 60 % ist. Also dass die Unternehmen auch nicht zu viel Gewinn ausschütten. Sie sollten auch Gewinne im Unternehmen behalten, um diese für langfristige Investitionen in ihr Geschäftsmodell zu nutzen.

Dividenden als Motivator für Buy-and-Hold

Für mich persönlich ist der positivste Aspekt dieser Strategie, ein psychologischer Effekt. Im besten Fall, legt man sehr langfristig in Aktien an und profitiert so maximal vom Zinses-Zins-Effekt. Die Ernte seiner Geduld, fährt man dann aber erst in einigen Jahren oder Jahrzehnten ein. Dividenden hingegen, werden auch bei langfristiger Haltung einer Aktie, bereits im ersten Jahr gezahlt. Das schafft ein positives Anreizsystem für Buy-and-Hold: ich bekomme die Gewinnausschüttung quasi als Lohn für das Halten der Aktie. Ich muss die Aktie weiter halten oder sogar nachkaufen, um die Dividenden erneut zu kassieren oder sogar eine höhere Dividende zu erhalten.

Passives Einkommen für die finanzielle Freiheit

Ein weiterer positiver Aspekt ist, dass man durch Dividenden ein regelmäßiges passives Einkommen aufbauen kann. So kann man seinen Lohn aus einer abhängigen Beschäftigung um eine weitere Einnahmequelle erweitern oder sogar perspektivisch den Lohn in Teilen ersetzen. In Deutschland schütten die Unternehmen in der Regel einmal im Jahr aus. In den USA tun sie es quartalsweise oder sogar monatlich. So kann man sich über mehrere Unternehmen leicht einen Lohnersatz konstruieren. Nimmt man zum Beispiel eine durchschnittliche Dividendenrendite von 3 % (netto, nach Steuern), benötigt man rund 40.000 investiertes Kapital, um 100 Euro monatliche Dividende zu erhalten. Mein persönliches Ziel ist es z.B. in fünf Jahren 300 Euro monatlich an Dividenden einzunehmen.

Dividenden sind nicht das neue Tagesgeld

Dividendenaktien sind eine gute Möglichkeit passives Einkommen aufzubauen, aber definitiv kein ein Ersatz für finanzielle Rücklagen. Sie sind nämlich trotzdem, wie alle Aktien, mit Risiken behaftet und keinesfalls eine so sichere Anlage wie z.B. eine Staatsanleihe oder Tagesgeld. Man sollte Dividenden also auf keinen Fall als gegeben annehmen. Gehen die Gewinne eines Unternehmens zurück, ist auch die Dividende in Gefahr. Sie wird dann nicht erhöht, gekürzt oder sogar ganz gestrichen. 

Das sollte man unbedingt auch bedenken, wenn man die Dividendenrendite als Kennzahl heranzieht. Dabei wird immer, die letzte ausgeschüttete Dividende auf den aktuellen Kurs zur Berechnung genutzt. Diese letzte Dividendenausschüttung kann aber durchaus bereits einige Monate alt sein. Wenn die Dividende dann doch noch gekürzt wird, sinkt natürlich die Dividendenrendite. So wies Daimler letzter Jahr eine sehr attraktive Dividendenrendite von über 5% aus. Dann gingen die Gewinne zurück und auch die Dividende wurde gekürzt. Ob Daimler im Jahr 2020 die Dividende erneut kürzen muss, ist offen. Aktuelle Dividendenrenditen sind immer nur eine Prognose, kein Fixum.

Dividendenaristokraten in den USA

Man reduziert das Risiko, wenn man sich die Dividendenhistorie von Unternehmen ansieht. Wie lange hat ein Unternehmen die Dividende nicht gesenkt bzw. sogar Jahr für Jahr erhöht? Dividendenaristokraten sind in den USA Unternehmen, die ihre Ausschüttung mindestens 25 Jahre in Folge angehoben haben. Hier gibt es einen guten Überblick über solche Aktien. Dort sind einige interessante Kandidaten für einen Dividenden-Investor dabei.

Für mich persönlich, ist die Dividendenstrategie perfekt. Ob sie es auch für euch ist, müsst ihr selber entscheiden.

Risikohinweis: Die Informationen auf meinem Blog dienen nur zur Information und sind keine Investitionsempfehlung. Mehr unter diesem Link.

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